Wir sind «reformiert»

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Illustration: Daniel Lienhardt
 

Wir leben in einer multikulturellen und multireligiösen Welt. Darum ist es nicht mehr allen unseren Unti-Kindern bewusst, dass sie der reformierten Kirche angehören. Was macht die reformierte Kirche aus und wie ist sie zu dem geworden, was sie heute ist?

Um dem Ursprung der reformierten Kirche auf die Spur zu kommen, laden wir unsere Jugendlichen in der Oberstufe auf einen Ausflug nach Zürich ein. Dabei befassen wir uns mit der Geschichte der Reformation und dem Zürcher Reformator Ulrich Zwingli.

1519 begann Zwinglis Wirken in Zürich. Weil ihm wichtig war, dass alle Gläubigen verstehen können, was in der Bibel steht, predigte er auf Deutsch. So machte er sich an die Übersetzung der Bibel, die bisher nur von den Gelehrten gelesen werden konnte.

Reformation auf dem Land
Die reformatorischen Gedanken verbreiteten sich bald auch über die Stadt Zürich hinaus in die Landgemeinden. So gab es zahlreiche Pfarrherren, welche ebenfalls der Reformation zugetan waren. Auch in Neftenbach trat 1519 Jakob Aeberli, genannt Wagner seine Pfarrstelle an. Als 1523 der Rat von Zürich zu einer Disputation einlud, war auch der Neftenbacher Pfarrer anwesend, ergriff sogar das Wort und unterstützte Zwingli. Daraufhin führte er 1524 auch in Neftenbach die Reformation ein.

Viele Bauern bewegte es zu hören, dass die Abgabe des Zehnten gar nicht biblisch begründet war. Daher wehrten sie sich gegen die verordneten Abgaben sowohl an Kloster wie auch an die «vornehmen Herren».

Wolf von Breitenlandenberg, der damals als Gerichtsherr im Herrenhaus in Neftenbach wohnte, bekam diesen Unmut zu spüren. Als die Neftenbacher ihm die Zehntenabgabe verweigerten, bat er die Zürcher Obrigkeit um Hilfe. Als «Altgläubiger» konnte er jedoch nicht mit grosser Unterstützung rechnen und verkaufte infolge 1540 seine Herrschaft und das Herrenhaus. In Neftenbach hingegen fasste die Reformation nach einigen turbulenten Ereignissen Fuss und so lassen sich bis heute Geschichten erzählen über eine ganze Anzahl von Pfarrherren und Pfarrerinnen.

Neftenbacher Reformationsjubiläum
Zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation in Neftenbach hat die Kulturkommission den Autor Peter Niklaus Steiner beauftragt, einige «Szenische Episoden zu 500 Jahre reformierte Kirche Neftenbach» zu schreiben. Unter dem Titel «Em Tüfel es Ohr ab» wird dieses Stück Ende August aufgeführt werden. Die Vorführung des Zwingli-Filmes und ein ökumenischer Festgottesdienst runden die Jubiläumsveranstaltung ab.

Das Pfarrteam
Barbara von Arburg und Andreas Goerlich

Kontakt

Kirchgemeinde Neftenbach
Kirchweg 1
8413 Neftenbach
Tel052 315 14 43
E-Mailsekretariat@kirche-neftenbach.ch

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