Reformierte Persönlichkeiten der Schweiz: Kurt Marti - «Theologe aus Lust und Pfarrer von Beruf» (1921 - 2017)

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Foto: tvz-verlag.ch

Der Dichter und Pfarrer Kurt Marti, der vor bald 10 Jahren verstorben ist, wollte gerade kein «christlicher Dichter» sein. Seine Texte sind aber bis heute aktuell geblieben und regen zum Nachdenken an.

Der im Jahr 1921 geborene Kurt Marti wuchs in Bern auf und besuchte - zusammen mit Friedrich Dürrenmatt - das Freie Gymnasium Bern. Er studierte in Bern und Basel Theologie, war kurze Zeit Gefangenenseelsorger in Paris und wurde anschliessend Pfarrer. 1950 heiratete er Hanni Morgenthaler und trat auch eine Pfarrstelle in Niederlenz an. Nach gut zehn Jahren wechselte er an die Berner Nydeggkirche.

Zum literarischen Schreiben kam Marti erst relativ spät. 1959 erschienen von ihm zwei Gedichtbände, in denen er sich auch politisch äusserte. Er begann zunehmend auch auf Schweizerdeutsch zu schreiben und prägte damit die Mundart-Literatur massgeblich. Zu seinen Weggefährten gehörte unter anderen Mani Matter, dessen Abdankung nach seinem frühen Tod Kurt Marti gehalten hat. In seinen «Leichenreden» setzte er sich literarisch-kritisch mit dem Tod auseinander.

Der Tod seiner über alles geliebten Hanni hat ihm mehr zu schaffen gemacht, als die Aussicht auf sein eigenes Ende. Seine letzten Lebensjahre verbrachte Kurt Marti zurückgezogen in einem Altersheim, wo er mit 96 Jahren verstarb.

Zu links und zu gefährlich?
Kurt Marti engagierte sich auch politisch. Er wandte sich gegen Atomwaffen, gegen den Krieg in Vietnam und gehörte zu den Mitbegründern der Organisation «Erklärung von Bern», die zu Solidarität mit der Dritten Welt aufrief. Marti verstand sich dabei jedoch nicht als Politiker, sondern als Pfarrer, der sein Engagement theologisch begründete. Diese Haltung verhinderte allerdings, den Erhalt eines Lehrauftrags an der Uni Bern. Später verlieh ihm dieselbe Universität dann den Ehrendoktortitel.

Seine Texte leben weiter
Neben Predigten hat Kurt Marti Aufsätze, Gedichte und Aphorismen geschrieben. Einige wurden vertont und sind im Kirchengesangbuch zu finden. Zudem hat er 1985 das Apostolische Glaubensbekenntnis neu für unsere Zeit formuliert. Anstelle von «Gott, dem Allmächtigen» steht dort ein «Gott, der Liebe ist».

Pfrn. Barbara von Arburg

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