Gedanken zur Abstimmung über den Gegenvorschlag zur Schöpfungsinitiative

Am Sonntag, 27. September 2026, stimmt die Reformierte Landeskirche des Kantons Zürich über den Gegenvorschlag zur Schöpfungsinitiative ab. Die Initiative selbst entspringt dem Wunsch, ökologische Verantwortung, unter anderem ein Netto-Null-Ziel bis 2035, kirchlich verbindlicher zu verankern: Klare Standards, verpflichtende Projekte, regelmässige Berichte.

Der Kirchenrat unterbreitete der Synode einen Gegenvorschlag, der das Anliegen der Initiative konkretisiert. Daraufhin haben die Initianten der Schöpfungsinitiative beschlossen, ihre Initiative zurückzuziehen und den Gegenvorschlag des Kirchenrates zu unterstützen. Rasch zeigte sich, dass viele Gemeinden diese Vorgaben kaum stemmen könnten, worauf Kirchgemeinden das Behördenreferendum ergriffen. Über dieses wird nun abgestimmt.

Natürlich teilen wir das Anliegen, Gottes Schöpfung zu bewahren. Für unsere kleine Kirchgemeinde fürchten wir jedoch, dass dieser Gegenvorschlag unsere personellen und finanziellen Ressourcen übersteigt, da er alle Gemeinden zu zusätzlichen Aufgaben, Berichten und Projekten verpflichtet.

Der Gegenvorschlag zur Initiative formuliert hohe Ziele. Offen bleibt, wie die Umsetzung durch die Landeskirche unterstützt werden soll: Werden zusätzliche Mittel bereitgestellt, oder bleibt es bei Appellen, die am Ende vor allem jene belasten, die bereits jetzt am Limit arbeiten?

Darum lohnt sich ein kritischer Blick: Ist es tatsächlich realistisch, den Gegenvorschlag zur Initiative wie geplant umzusetzen, oder schafft er vor allem neue Bürokratie?

Die Abstimmung Ende September bietet Gelegenheit, selbst Stellung zu nehmen.

Beat Schönholzer, Aktuar

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