Zum 90. Geburtstag von Mani Matter

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Schallplattencover

Am 4. August dieses Jahres wäre der Berner Liedermacher Mani Matter 90 Jahre alt geworden. Obwohl er mit nur 36 Jahren bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam, hat er die Schweizer Mundartszene nachhaltig geprägt. Noch heute werden seine Lieder von bekannten Grössen immer wieder neu interpretiert und gesungen.
Der Seniorennachmittag vom 25. März widmet sich diesem besonderen Menschen.


Wer in der Schweiz aufgewachsen ist, kennt die Lieder von Mani Matter. Allesamt sind sie kurz und bieten uns in konzentrierter Form einen menschlichen Sachverhalt, der beim Nachdenken darüber zum philosophischen Gedanken wird.

Mani Matter ist in Bern aufgewachsen, und abgesehen von einem Jahr in England, ist er immer hier geblieben. Seine Eltern sprachen mit den Kindern bis zum Schulalter vorwiegend Französisch, was Mani jedoch nicht davon abhielt, seine Lieder auf Berndeutsch zu schreiben. Damit hat er der berndeutschen Sprache einen Aufschwung verliehen, der bis heute noch spürbar ist. Er benutzte allerdings nicht ein «reines Berndeutsch», sondern sprach eine Alltagssprache, in der auch neue, fremde Wörter vorkamen.

«Värslischmied» oder «Philosoph»?
Mani erlebte bereits als Kind einen Vater, der seine Kinder als Geschichtenerzähler unterhielt. Dieser sei ein begeisterter Sprachspieler gewesen, der mit Freude Schüttelreime oder sprachliche Rätsel erfunden habe. So ist es nicht verwunderlich, dass Mani Matter bereits als Schüler begann, kleine Gedichte zu schreiben. Später diente ihm George Brassens als Vorbild für seine Lieder. An einem Pfadfinder-Abend sang er erstmals zu einer Melodie von Brassens einen neuen, eigenen Text – und hatte damit Erfolg, was ihn ermutigte, weitere Lieder zu schreiben und diese im kleinen Rahmen auch zu präsentieren.

In seinem Freundeskreis gab es noch Andere, die berndeutsche Lieder sangen. Ende der 60er Jahre waren die «Berner Troubadours» zu einem Begriff geworden.

Mani Matter war jedoch weit mehr als «dä, wo so Liedli macht». Er war begeisterter Pfadfinder, studierte Jurisprudenz, arbeitete als Rechtskonsulent bei der Stadt Bern und engagierte sich politisch beim «Jungen Bern». Seine Lieder waren nur eine Form, wie er sich mit den Herausforderungen des Lebens auseinandersetzte.
Weitere Gedanken, Gedichte, Kurzgeschichten hielt Mani Matter als Tagebuchnotizen fest. Diese erschienen nach seinem Tod unter den Titeln «Mani Matters Sudelhefte» und «Rumpelbuch».

Aus diesen Notizen geht hervor, wie tiefsinnig Mani Matter über das Leben nachgedacht hat. In seinen Liedern wird das kurz und prägnant dargelegt – kaum eines seiner Lieder dauert mehr als zwei Minuten. Die Fragen, die er sich gestellt hat, sind menschliche Fragen nach Sinn, nach den Zusammenhängen im Leben und nicht zuletzt auch nach Gott. In den «Sudelheften» erfährt man, dass er sich vorgenommen hatte, eine «Verteidigung des Christentums» zu schreiben, obwohl er diesem grundsätzlich kritisch gegenüber stand.

Ein Nachmittag stellt den Jubilar ins Zentrum
Der Seniorennachmittag vom 25. März stellt Mani Matter ins Zentrum. Wir hören aus seinem Leben und seinem Schaffen, und natürlich fehlen seine bekannten Lieder dabei nicht.
Der Anlass findet ab 14:00 Uhr in der Kirche statt. Im Anschluss gibt es im Chileträff einen Zvieri.

Pfarrerin Barbara von Arburg

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