Reformierte Persönlichkeiten der Schweiz: Johann Caspar Lavater

Der in ganz Europa gut vernetzte Universalgelehrte Johann Caspar Lavater, war nicht nur Philosoph, Autor und Physiognom, sondern auch reformierter Pfarrer in Zürich.

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Bild: wikipedia

Johann Caspar Lavater kam 1741 als zwölftes Kind seiner Eltern an der Spiegelgasse 11 in Zürich zur Welt. Sein Vater war ein angesehener Arzt und gehörte der Zunft «zur Saffran» an. Johann Caspar genoss eine gute Schulbildung und studierte danach am «Collegium Carolinum» (Vorläufer der heutigen Universität Zürich) Philosophie, Philologie und Theologie.

1763 unternahm Lavater zusammen mit dem befreundeten Johann Heinrich Füssli eine Bildungsreise nach Norddeutschland. Während dieser rund acht Monate lernte er viele bedeutende Denker seiner Zeit kennen, darunter Moses Mendelssohn oder Christian Fürchtegott Gellert. Lavaters schriftstellerische Tätigkeit nahm in dieser Zeit ihren Anfang.

Nach seiner Rückkehr nach Zürich heiratete er Anna Schinz und wurde 1769 Pfarrer an der Waisenhauskirche in Zürich. Später war er an der Stadtkirche St. Peter tätig. Neben der Arbeit im Pfarramt betätigte er sich mit dem Schreiben von zahlreichen theologischen, patriotischen und pädagogischen Werken.

Bald einmal vertiefte er sich in die Physiognomik. Diese Methode, aus den Gesichtszügen der Menschen deren Charakterzüge und Temperament abzulesen, faszinierte viele Menschen und wurde in der damaligen Zeit lebhaft diskutiert. Lavater wurde von vielen Intellektuellen in Zürich besucht und um Rat gefragt. So besuchte ihn auch der spätere Zar Paul I, weil er herausfinden wollte, wie Lavater seinen Charakter einschätzte. Ebenfalls entwickelte sich eine Freundschaft zu Goethe, dem Lavater 1774 ein erstes Mal in Frankfurt begegnete.

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Bild: wikipedia

Lavater liess Goethes Silhouette im ersten Band der «Physiognomischen Fragmente» mit folgendem Kommentar abdrucken:
«Die Silhouette ist nicht vollkommen, aber dennoch bis auf den etwas verschnittenen Mund, der getreue Umriss von einem der grössten und reichsten Genies, die ich in meinem Leben gesehen habe.»

Pfarrerin Barbara von Arburg

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