Reformierte Persönlichkeiten der Schweiz: Jeremias Gotthelf

Jeremias Gotthelf zählt zu den bedeutendsten Schweizer Autoren des 19. Jahrhunderts. Der Pfarrer Albert Bitzius beschrieb in seinen Romanen unter dem Pseudonym «Jeremias Gotthelf» das Leben in seiner Heimat im Emmental. In seinen Werken kommen Lebensthemen vor, die auch heute noch aktuell sind.

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Bild: wikipedia

Albert wurde 1797 in Murten als Sohn des Pfarrers Sigmund Bitzius und dessen Ehefrau Elisabeth geboren. Später zog die Familie in die Gemeinde Utzensdorf, wo der Vater eine Pfarrstelle erhielt. In dessen Fussstapfen trat auch Albert, indem er ebenfalls Pfarrer wurde.
Als Albert Bitzius mit 40 Jahren seinen ersten Roman «Der Bauernspiegel - die Lebensgeschichte des Jeremias Gotthelf» veröffentlichte, war er in der Emmentaler Gemeinde Lützelflüh tätig.

In dieser Schrift verarbeitete er seine Erfahrungen im Kampf gegen die Armut und das Verdingen von Kindern. Der Name des Erzählers dieser fiktiven Autobiographie, Jeremias Gotthelf, wurde schliesslich zum Pseudonym von Bitzius.
In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche Romane und Erzählungen, in denen es thematisch um die existentiellen Fragen des Lebens ging: Glaube, Aberglaube, Partnerwahl, Kindsmissbrauch, Alkoholismus, gesellschaftliche Normen und Gerechtigkeit.
Dabei war der christliche Glaube für Gotthelf die treibende Kraft für sein Engagement zugunsten der Armen sowie der Kampf gegen gesellschaftliche Missstände.

In seinen Romanen, die den Bauernalltag widerspiegeln, schilderte er den reichen, konservativen Bauern Uli, der letztlich zu einem frommen und glücklichen Mann wurde. Die Frage, wie sich das Bäuerliche und das Christliche zueinander verhalten, beschäftigte Gotthelf als Dorfpfarrer immer wieder.
Auch in «Geld und Geist» führte Gotthelf aus, dass ein reicher Bauer ein guter Christ sein müsse. Denn nur in Verbindung mit Frömmigkeit könne Reichtum ein Segen sein. Vier Gottesdienste mit einer Predigt webt Gotthelf «Geld und Geist» ein. Eine der Predigten weckt dabei das Bewusstsein, dass Schuld und Unfrieden nicht mit Geld aus dem Weg geschaffen werden können, sondern erst Vergebung und Versöhnung eine positive Veränderung ermöglichten.

Bis heute bekannt geblieben ist Gotthelf wohl durch die Verfilmung einiger seiner Romane und durch die Erzählung «Die schwarze Spinne», die auch als Theaterstück noch immer aufgeführt wird.

Pfarrerin Barbara von Arburg

 

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