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Reformierte Persönlichkeiten der Schweiz: Wo die Theologie die Ethik trifft: Arthur Rich (1910 - 1992)
Der reformierte Pfarrer Arthur Rich gilt als theologischer Grenzgänger. Als ursprünglich gelernter Mechaniker trieb ihn immer die Frage nach der «Gerechtigkeit in der Arbeit» um - auch, wenn er biblische Texte zu deuten versuchte. Deshalb entwickelte er eine Wirtschaftsethik, die rentiert und dabei die Frage der sozialen Gerechtigkeit nicht aus dem Auge verliert.
Arthur Rich wurde 1910 in Neuhausen am Rheinfall geboren. Er war zunächst Mechaniker. Später holte er die Matura nach und studierte auf dem zweiten Bildungsweg Theologie. Danach war er reformierter Pfarrer in Hemmental (Kanton Schaffhausen). 1948 wurde er Direktor des Schaffhauser Lehrerseminars.
Als er schliesslich 1952 in Zürich Professor für Systematische Theologie wurde, mit Schwerpunkt Ethik, befasste er sich vor allem mit der Humanisierung der industriellen Arbeitswelt. 1964 gründete er das «Institut für Sozialethik». Als Hauptziel in seiner Arbeit nannte er immer wieder die «christliche Existenz in einer industriellen Welt».
Ethik als Bestandteil jeder Wirtschaftsform
Arthur Rich forderte, dass in jeder Wirtschaftsform die Ethik als Richtschnur des Handelns miteinbezogen werden müsste. Dazu gehörten für ihn neben den ökonomischen auch die ökologischen Aspekte. In seinem Buch über Wirtschaftsethik, das ihn weit über die Schweiz hinaus bekannt machte, entwickelte er zudem ein System zur ethischen Urteilsfindung für wirtschaftliches Handeln.
Bis fast zu seinem Tode 1992 war es ihm noch vergönnt, einen Lehrauftrag für Sozialethik an der ETH Zürich wahrzunehmen.
Pfr. Andreas Goerlich
