Quartalslied - «Wach auf, mein Herz, und singe»

Am 27. Mai dieses Jahres jährte sich der Todestag des Liederdichters Paul Gerhardt zum 350. Mal. Wir haben darum für die Zeit im Sommer ein Quartalslied aus seiner Feder ausgewählt: «Wach auf, mein Herz, und singe».

Paul Gerhardt wurde am 12. März 1607 in Wittenberg geboren. Aufgewachsen ist er als zweites von vier Kindern in einer Gastwirtsfamilie. Der 30-jährige Krieg liess damals die Bevölkerung leiden unter Hungersnot, Seuchen und Übergriffen der Soldaten. Beide Eltern starben früh.
Nach der Grundschule studierte Paul Theologie in Wittenberg. Später ging er nach Berlin und hielt sich als Hauslehrer über Wasser. In dieser Zeit begann er, Gedichte zu schreiben - so verarbeitete er auch die Kriegserlebnisse.

1651 wurde Gerhardt Pfarrer an der lutheranischen St. Moritz-Kirche in Mittenwald. Neben der pfarramtlichen Tätigkeit widmete er sich auch der «Liedkunst» und schrieb etliche neue Lieder für ein Gesangbuch, das Johann Crüger, der Kantor an der Berliner Nikolaikirche war, herausgab.

Zwei Jahre nach seiner Heirat mit Anna Maria im Jahre 1655 wurde Paul Gerhardt an die Berliner Nikolaikirche gewählt. Von seinen fünf Kindern erreichte nur ein Sohn ein höheres Alter und bereits 1668 verlor Gerhardt auch seine Frau, die nur gerade 46 Jahre alt wurde.
Die frühen Erfahrungen von Krieg, Krankheit und Tod prägten ihn und in seinen Liedtexten versuchte er Trost in einer schweren Zeit zu vermitteln. Dies gelang ihm in einer zeitlosen Sprache, die auch heute noch Menschen anspricht und berührt.

Paul Gerhardt lebte bis zu seinem Tod am 27. Mai 1676 in einfachen Verhältnissen. Er sei ein bescheidener und anspruchsloser Dichter gewesen, der keinen Ruhm suchte. Sein einziges Ziel war es, den Menschen Vertrauen, Hoffnung und Mut zu schenken. Seine Lieder bewegen auch heute noch und fanden über die konfessionellen Grenzen hinaus Eingang in viele katholische und reformierte Gesangbücher. In unserem reformierten Gesangbuch finden wir 27 Lieder von Paul Gerhardt.

Pfarrerin Barbara von Arburg

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