Der Mönch Florentius notiert, was er über Felix und Regula von einem Engel erfährt. - Foto: Barbara von Arburg
Felix und Regula - ein langer Weg von Ägypten bis nach Zürich

Die Legende erzählt die Geschichte der Zürcher Stadtheiligen, die mit der thebäischen Legion in die Schweiz gelangt sind. Am Ort ihrer Enthauptung und über ihrer Grabstätte wurden zu Ehren der Heiligen wichtige Kirchen erbaut.
Gegen Ende des 3. Jahrhunderts soll es eine römische Legion gegeben haben, die aus Soldaten bestand, welche sich zum christlichen Glauben bekannten. Thebäer wurden sie genannt, da sie in der Region von Theben (Ägypten) rekrutiert worden waren.
Weil sie sich geweigert hatten, an Christenverfolgungen teilzunehmen und den römischen Göttern zu opfern, wurden zahlreiche Soldaten in St. Maurice (im Wallis) hingerichtet. So jedenfalls berichtet es die im 4. Jahrhundert entstandene Legende. In der Schweiz tauchen seither zahlreiche Stadtheilige auf, die einst mit der Thebäischen Legion in die Schweiz gekommen sein sollen: Verena in Zurzach, Ursus und Viktor in Solothurn und in Zürich Felix und Regula.
Flucht über die Alpen
Über Felix und Regula und ihren Gefährten Exuperantius erzählt der Mönch Florentius, der im 8. Jahrhundert die Ereignisse in einer Vision gesehen haben soll. So seien die beiden auf den Rat des Legionärsführers Mauritius aufgebrochen und vom Wallis über die Pässe bis ins Glarnerland gewandert. Bei einer Quelle bei Linthal ruhten sie sich aus und gelangten schliesslich durch die «Einöde des Glarnerlandes» an den Zürichsee.
In der Nähe des Kastells in Zürich liessen sie sich nieder, um Gott zu dienen. Bald schon kamen die ersten Bewohner dieser Gegend, welche der Predigt der Christen zuhörten und sich taufen liessen.
Martyrium in Zürich
Der römischen Obrigkeit gefiel dies jedoch nicht und so wurden die drei unter dem römischen Statthalter Decius gefoltert und enthauptet. Anschliessend sollen die Märtyrer ihre Köpfe 40 Schritte den Berg hinaufgetragen haben, wo sie schliesslich begraben wurden. Später wurde über ihren Gräbern das Grossmünster gebaut.
Über der Hinrichtungsstätte, einem grossen Findling in der Limmat, wurde die Wasserkirche gebaut. Noch heute kann man in der Krypta diesen Märtyrerstein sehen.
Auch das Fraumünster wurde zu Ehren von Felix und Regula errichtet. Nach der Weihe der Kirche um 874 wurde ein Teil der Reliquien von Felix und Regula vom Grossmünster zum Fraumünster übertragen.
Mit dem JuKi auf den Spuren der Stadtheiligen von Zürich
Im Rahmen eines JuKi-Projektes begeben wir uns auf Spurensuche von Felix und Regula. Wir gehen einen Teil ihres Weges entlang des Zürichsees und erforschen die Hintergründe der Errichtung der Zürcher Kirchen. Im Gottesdienst vom 17. Mai berichten wir darüber.
Pfarrerin Barbara von Arburg