Auf der Suche nach dem Lebenswasser

Die Passionszeit steht für das Gedenken an das Leiden Jesu. Die sieben Wochen vor Ostern entsprechen den 40 Tagen, die Jesus fastend und nachdenkend in der Wüste verbrachte. Wenn wir uns auch Zeit nehmen, werden wir auf Wichtiges im Leben stossen, auf Lohnendes, das wir mit «Lebenswasser» beschreiben können. Was aber ist mit dem Lebenswasser gemeint?
Feste teilen unser Leben und die Jahre in besondere Abschnitte und Festzeiten ein: Ostern, Pfingsten, Geburtstag, Muttertag... sonst wäre ja jeder Tag «Alltag». Die Passionszeit als besondere Zeit ermutigt uns, aus dem Alltag auszubrechen, innezuhalten, nachzudenken, was denn in unserem Leben wichtig ist. Aber auch uns auf den Weg zu machen, ob wir unser «Lebenswasser finden».
Wo finden wir unser Lebenswasser?
Als Christen orientieren wir uns an den Worten Jesu, der zum Beispiel sagt: «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein». Gute Worte, Hilfsprojekte, Gebete - es gibt Vieles, das geistliche Nahrung ist; «Lebenswasser», das anderen, aber auch uns selbst hilft. Als Beispiel erwähnt sei die Geschichte des barmherzigen Samariters.
In der Passionszeit können wir immer wieder Momente des Gesprächs erleben oder uns lebenswichtigen Geschichten widmen, die Jesus erzählt hat. Auch Fasten und Meditieren kann helfen bei der Vertiefung.
Nachdenken ermöglicht Weiterdenken. Nachdenken tut gut. Denn wenn wir genau hinschauen, gibt es danach eine Folgeüberlegung - wir denken weiter. Was haben uns private Probleme zu sagen? Wie reagieren wir auf weltpolitische Entwicklungen? Was ist uns für unsere eigene Zukunft wichtig?
Wenn wir uns Zeit nehmen, vielleicht einen Tag fasten oder aufs Fernsehen verzichten, können wir weiterdenken und dann kann es richtig Ostern werden!
Einen lohnenden Gang durch diese Wochen wünscht Ihnen von Herzen Ihr
Pfarrer Andreas Goerlich