Flüchtlinge im Irak während der Coronazeit
«Im Nächsten begegnet uns Gott»

Die Kirchen feiern den internationalen Flüchtlingstag vom 20. Juni jeweils am darauffolgenden Sonntag. Wir laden zum Gottesdienst am Morgen und zu einem Benefizkonzert am Abend ein.
Es ist ähnlich wie beim Mutter- oder Vatertag: Macht es Sinn, den Flüchtlingssonntag einmal im Jahr zu feiern, obwohl es doch jeden Tag wichtig wäre, die Anliegen der Flüchtlinge im Blick zu haben? Ein jährliches Gedenken erinnert uns - stellvertretend für die anderen Tage des Jahres - an die vielen geflüchteten Menschen in der Welt.
Von der UNO beschlossen
Der Weltflüchtlingstag findet jedes Jahr am 20. Juni statt und ist Flüchtlingen auf der ganzen Welt gewidmet. Am 20. Juni 2001 wurde er erstmals weltweit eingeführt, um den 50. Jahrestag der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 zu würdigen.
Der UNO ging es darum, aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen nach dem 2. Weltkrieg, die Würde, das Recht und die Pflichten der Flüchtlinge verbindlich zu definieren.
Christliche Grundlagen der Flüchtlingsarbeit
Christen stützen sich nicht nur auf die Grundlagen der UNO. Wir sind uns bewusst, dass uns in unserem Nächsten Gott begegnen könnte.
Vielleicht ermutigt uns so ein Flüchtlingstag, Menschen, die uns vielleicht fremd sind, mit Offenheit zu begegnen.
Zudem erinnert uns die Bibel daran: «Einen Fremdling sollst du nicht bedrängen; denn ihr wisst um das Herz der Fremdlinge, weil ihr auch Fremdlinge in Ägyptenland gewesen seid» (Ex 23,9)
Wir nehmen als Grunderfahrung daraus mit, dass es im Leben immer wieder Situationen gibt, in denen auch wir «Fremdlinge» sind. Das bewegt uns letztendlich zu einem anderen Umgang mit Flüchtlingen. Zum Beispiel war es während Corona keine Frage, ob man auch Flüchtlingen Masken und Medikamente geben sollte.
Im Gottesdienst am Flüchtlingssonntag, 21. Juni, 9:30 Uhr, beschäftigen uns Fragen zur Flüchtlingsarbeit.
Am Abend, 17:00 Uhr, gibt es beim Benefizkonzert zugunsten des Hilfswerks «SOS Mediterranée» die Möglichkeit, finanziell praktische Hilfe zu leisten.
Pfarrer Andreas Goerlich