Am Anfang steht immer ein Mord

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Agatha Christie, 1964 - Foto: wikipedia

Es heisst, nur die Bibel und die Werke von Shakespeare würden öfters gelesen als ihre Kriminalromane. Mit 2 Milliarden verkauften Büchern zählt Agatha Christie zu den am meisten gelesenen Autorinnen. Weshalb hatte sie - die zeitlebens Mitglied der anglikanischen Kirche war - solche Freude am Beschreiben von Morden?

Mit 66 Kriminalromanen und 150 Kurzgeschichten zählt sie zu den «Vielschreiberinnen» ihrer Zeit. Ihr Theaterstück «die Mausefalle» läuft in London seit 1952 ununterbrochen. Ihre Bücher wurden in mehr als 100 Sprachen übersetzt. Die «Queen of crime» Agatha Christie hat aber nach eigenen Angaben ihre Kriminalromane nicht aus Freude an den Morden geschrieben. Es geht ihr vielmehr um die Faszination, die lesenden Menschen durch Irrgärten der Verwechslungen oder Verdächtigungen bezüglich möglicher Täter zu führen. Am Anfang steht immer ein Mord - und das war’s auch schon. Sie beschreibt weder Einzelheiten noch Besonderheiten eines Mordes.

Werte als Leitlinien
Die Kirche und ihre Werte waren für Agatha Christie eine grosse Motivation, Leitlinien in ihren Romanen an eine grosse Leserschaft weiter zu geben. Sie wurde am 20. November 1890 in Torquay (Cornwall, England) getauft und hatte immer wieder betont, dass der Gottesdienst für sie ein «highlight der Woche» gewesen sei. In ihren wenigen Interviews, die sie gab, liess sie immer wieder einfliessen: «Ich danke Gott für mein gutes Leben».

Religiöse Werte (und wie sie von Mördern oft verdreht oder ins Extrem gedeutet werden) spielen eine wichtige Rolle in Christie's Werken. Agatha Christie’s Kommissarin «Miss Marple» schlägt öfters in der Bibel nach, um dunklen Geheimnissen auf die Spur zu kommen und die Geistlichkeit ist immer wieder in ihren Romanen vertreten (wie in einem ihrer Werke «Mord im Pfarrhaus»).

Leider haben ihre Werke einen leicht antisemitischen Einschlag, was ihr immer wieder massive Kritik eintrug.

Was aber bis heute die Leselust fördert, ist ihre Begabung, schwierige Sachverhalte einfach zu erklären. Es gelang ihr, Geschichten in sich logisch zu halten und am Ende überraschende Lösungen zu präsentieren.

Einfaches Lebensmotto
Nach einem ihrer Lebensmottos gefragt, antwortete die berühmte Schriftstellerin: «Halte an deinem Glauben fest, eine Krise bedeutet nicht das Ende. Wenn du liebst, wirst du manchmal leiden; wenn du aber nichts über die Liebe weisst, dann hast du die Bedeutung eines christlichen Lebens noch nicht begriffen».

Pfarrer Andreas Goerlich

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