Welche Zutaten braucht es für einen Gugelhopf? - Und welche für ein Bekenntnis? - Bild: www.pixabay.com
«1700 Jahre danach» - was durch die Auseinandersetzung mit einem alten Glaubensbekenntnis entstanden ist
Im vergangenen Herbst haben wir anlässlich des Jubiläums des Konzils von Nicäa gemeinsam mit der Mosaikkirche zu drei Abenden eingeladen, um über unseren Glauben nachzudenken. Dabei ist auch ein Vorschlag für ein «Neues Bekenntnis» entstanden.
Gestartet sind wir in die drei Abende mit einem historischen Überblick über die Situation, in welcher Kaiser Konstantin das Konzil einberufen hatte. Dabei haben wir festgestellt, dass die Einheit des damaligen römischen Reiches, in welchem das Christentum zur Staatsreligion wurde, für dessen Bestand wichtig war. Einheit sollte nicht nur politische, sondern auch religiöse Einheit sein und darum wurde es notwendig, dass man für den gemeinsamen Glauben auch eine gemeinsame Sprache finden musste.

Ein Bekenntnis ist dabei vergleichbar mit dem Grundrezept für einen Gugelhopf. Welche Zutaten es genau braucht für einen Gugelhopf, darüber kann man streiten, die Form jedoch hält letztlich alles zusammen.
Genauso suchten damals die Konzilsteilnehmenden nach einer gemeinsamen Form, ihren Glauben zu beschreiben. Sie haben dabei ein Grundraster geschaffen, indem sie formuliert haben, was für sie Gott, der Vater, Jesus Christus und der Heilige Geist bedeutet. Diese trinitarische Aufteilung hat auch die späteren Bekenntnisse geprägt und liegt der Formulierung zu Grunde, auf welche sich die Teilnehmenden am letzten der drei Abende geeinigt haben.
Gerne drucken wir hier dieses Ergebnis ab:
Glaubensbekenntnis
Wir glauben an Gott den Vater, der heilig ist, allwissend und alle Macht hat. Der in Einheit mit dem Sohn Jesus und dem Heiligen Geist das Universum erschaffen hat. Der uns Menschen als seine Ebenbilder erschaffen hat. Der mit uns von sich aus Beziehung sucht. Der ohne Wenn und Aber jeden Menschen liebt, weil er gnädig und barmherzig ist. Der keinen Anfang und kein Ende hat, weil er EWIG ist. Der unbegreiflich und unerklärbar ist und sich uns doch offenbart.
Wir glauben an Jesus Christus, der für unsere Sünden gestorben ist - zur Vergebung und für Auferstehung in ein ewiges Leben. Jesus schenkt uns seinen Frieden, Zuversicht, Hoffnung und Freude. Jesus ist Freiheit und Gottes Sohn.
Wir glauben an die heilige Geistkraft, die heute noch wirkt, bewegt und belebt, so wie sie will. Sie wird uns eingehaucht und will in uns wohnen.
Wir glauben an die Kirche als Ort des Glaubens und der Begegnung, der Offenbarung und der Veränderung, der Anbetung und Verherrlichung Gottes, der Zuflucht und des Trostes, der Barmherzigkeit und des Heils, an dem alle willkommen sind, ohne Ansehen der Person.