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Gershwin - ein Komponist fürs moderne Amerika

Kennt jemand das Musical «Strike up the band», in dem Amerika der Schweiz den Käsekrieg erklärt und massive Zölle erhebt? Es wurde 1927 von George Gershwin geschrieben. Was er sonst noch alles getan und erreicht hat, wird im Folgenden beschrieben...
Als Jacob Gershovitz wurde er am 26. September 1898 in Brooklyn geboren. Er nannte sich später «George Gershwin», das tönte eingängiger.
Der unscheinbare Junge begann sich erst für Musik zu interessieren, als sein Vater ein Klavier kaufte - für den älteren Bruder, Ira. Der schrieb allerdings viel lieber, als dass er musizierte - so war George häufiger am Klavier als sein Bruder. Er entdeckte nicht nur die klassische Seite, sondern auch Jazzelemente und den Blues. Am Klavier tönte es anders als auf der Trompete oder Gitarre. Die geniale Verbindung zwischen Klassik und Jazz gelang dem jungen Erwachsenen dann mit seinem Werk «Rhapsody in blue».
Entstehung der Rhapsody
Zuerst wollte Gershwin sein 1924 entstandenes Werk «American Rhapsody» nennen, weil das Stück, das amerikanische Lebensgefühl der 20er Jahre inmitten des Jazz ausdrücken sollte. Doch der Titel war ihm nicht nahe genug bei der Jazzmusik, die das ganze Werk durchdringt. Daher nannte er es «Rhapsody in blue» - in Anlehnung an die «blue notes», die im Jazz eine zentrale musikalische Rolle spielen. Allerdings kommen sie auch im Blues vor, der sich ebenfalls in das Werk einschlich.
Der Jazz-Bandleader, Paul Whiteman, gab Gershwin den Auftrag zur Rhapsody und kündigte kurz darauf das Stück und das Datum der Uraufführung in der Zeitung an. So hatte Gershwin gerade mal drei Wochen Zeit zum Komponieren. Die Uraufführung war jedoch ein voller Erfolg.
Nach dem Musical eine Oper
1934 traf George Gershwin den Schriftsteller DuBose Heyward, der mit dem Roman «Porgy» die Sklaverei als Teil der Geschichte Amerikas in Erinnerung rief. Die beiden arbeiteten zusammen und das Ergebnis, die Oper «Porgy and Bess», wurde ein Jahr später - mit einem afroamerikanischen Ensemble - uraufgeführt. Sie floppte am Broadway, offiziell mit der Begründung, es sei ein Musical und keine Oper...
Gershwin arbeitete aber unbeeindruckt weiter und landete noch einen weiteren Welthit: «An American in Paris». Bei dessen Uraufführung in der Carnegie Hall in New York spielte George Gershwin selbst Klavier.
Den Erfolg konnte George Gershwin allerdings gar nicht mehr geniessen, starb er doch bereits mit 38 Jahren an einem Hirntumor.
Pfr. Andreas Goerlich
Am Seniorennachmittag am Mittwoch, 28. Oktober 2026, um 14:00 Uhr spielen unsere beiden Organistinnen Nikoleta Kocheva und Miho Donath in der Kirche die bekanntesten Werke von George Gershwin vierhändig.