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OASE AM SONNTAG 09.05.2021 IN DER KIRCHE NEFTENBACH

1. Buch Mose, Kapitel 16, Verse 1-11 und 15


(Die Powerpoint zur Kurzpredigt können Sie auch hier herunterladen. Oder mit einem Klick auf die jeweiligen Bilder unten, vergrössert es sich.)


Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
der Muttertag ist ein Jahrhundert alt, als Gedenken und Wertschätzung faszinierend und problematisch, denn wir sollten ja nicht nur heute an die Rolle der Mütter in unserer Gesellschaft denken.
Letzte Woche war ich in Kurdistan. Was hier schon lange nicht mehr gilt, ist dort noch Realität: Frauen sind wichtig als Mütter, als Erziehende, als Fels in der Brandung zu Hause, als Religionsbestimmende. In Israel bestimmt die Mutter die Religion, wenn die Mutter Jüdin ist, sind es die Kinder auch. Im Islam ist es umgekehrt, da bestimmt der Vater die Religion und auch die Erbschaft.
In unserer Geschichte findet eine Überlappung verschiedener Traditionen statt.
Der Vater musste unbedingt einen Sohn haben, der das Land erbt, die Religion weiterträgt. Das wird hier nicht einmal besonders erwähnt, es könnte auch eine Tochter sein. Hauptsache Nachkommen. Gab es das nicht, durfte der Mann eine zweite Frau haben, meist eine junge. Und das, obwohl niemand wusste, ob es an der Frau oder am Mann lag, dass keine Kinder auf die Welt kamen. Es wurde vatertagsmässig gelöst. Dass ein „Muttersein“ unter diesen Vorzeichen Stress verursacht, ist eigentlich vorprogrammiert. Und dass es Streit zwischen der Hauptfrau und der Kindererzeugerin gibt, ist ebenfalls völlig nachvollziehbar. MUTTERSEIN war wichtiger als Treue, Liebe oder Partnerschaft. Völlig fremd für unsere heutige Lebenswelt, in der ein Drittel aller Familien „Single-Haushalte“ sind…
Die Hagar, die kann für damalige Verhältnisse nichts dafür, dass sie als Mutter herhalten musste. Und dass Sarah dann doch noch den Issak bekam, zeigte, dass es nicht an Sarah lag, nicht Mutter werden zu können. Aber es hat die Eifersucht verschärft.
Zum Glück hat Gottes Engel die Hagar in der Wüste zum Wasser und Überleben geführt. Ihr Sohn Ismael, der „Verstossene“, wurde zum Urvater des Islam, der am Mittwoch Abend ja die Ramadan Fastenzeit beendet.
Interessanterweise hat das Muttersein ja nicht nur biologischen Ursprung, sondern auch sozialen. Wer kennt sie nicht, die Mutter Teresa, die als Nonne nicht Mutter werden durfte, doch in Kalkutta durch die Rettung kranker und verstossener Kinder 1000fach zur Mutter wurde.
Und auf der anderen Seite haben wir Maria, die Mutter Jesu, die das aber nicht zeigen durfte und den Sohn Gottes gar nicht erziehen oder in der Familien halten sollte. Und wir sprechen noch gar nicht von den vielen LEIHMÜTTERN, die befruchtete Eizellen austragen, Geld verdienen, das Kind aber nach der Geburt abliefern. Oder Mütter in Drogen oder in Not, die biologisch Mütter sind, aber nicht die Fähigkeit haben, als Mütter zu handeln.
Als «Mutter des Muttertags» gilt ja die Amerikanerin Anna Marie Jarvis. Sie war es, die 1908 einen Tag zu Ehren der Mütter in West Virginia initiierte. Am dritten Jahrestag des Todes ihrer Mutter, einem zweiten Sonntag im Mai, verschenkte sie nach der Messe 500 Nelken: weisse für verstorbene Mütter wie die ihre, rote für die noch lebenden. Sie initierte Muttertage der Freundschaft für beide verfeindete Seiten des Bürgerkriegs 1866, wo so viele Mütter plötzlich ohne Vater da standen.
Da treffen wir wieder auf Hagar: Auch sie stand alleine da, Abraham blieb bei Sarah. Ich wünsche allen einen wunderbaren Feiertag, den Müttern, denen, die gerne welche geworden wären und denen, die den Müttern den Rücken freihalten und arbeiten. AMEN.

Herzlich Ihr Pfarrer Andreas Goerlich

GEBET FÜR DIE OASE VOM 9. MAI 2021

Es ist Sonntag, Gott und wir liegen Dir im Ohr,
mit unseren Tönen, die wir wieder von uns geben dürfen;
mit unseren Bitten, die unsere Sehnsucht und manchmal Not anzeigen;
mit unserem Dank, weil Du uns durch die Woche geführt hast und auch in der neuen bei uns bist;
mit unserer Neugier, die uns offen für Neues macht, aber auch von altem, Ungemütlichen nicht wegbringt;
mit unseren Gewohnheiten, die wir lieben und unter denen wir zugleich leiden, weil sie anderen und manchmal sogar uns auf die Nerven gehen...
Wir danken Dir heute Morgen besonders für unsere Mütter, die uns mit in die Welt brachten, die uns neben den anderen in der Familie begleiten, ärgern und lieben. Schenke uns Momente des Glücks, der Dankbarkeit, des guten Unterhaltens oder nötigen Auseinandersetzens mit unseren Müttern, lass uns darüber aber die Geschwister und Väter nicht vergessen.
Danke, dass wir Dir in der Oase so nahe kommen dürfen. AMEN.



Kurzpredigt vom 9. Mai 2021
Gebet vom 9. Mai 2021
Powerpoint zur Kurzpredigt vom 9. Mai 2021
 
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Der Chileträff und die Kirche können zu günstigen Bedingungen gemietet werden.
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Nächste Anlässe:

Freitag, 14.05.2021
JuKi-Workshop "auf den Spuren von St. Gallus"
Barbara von Arburg (Pfarrerin)
09:00 Uhr, St. Gallen

Samstag, 15.05.2021
JuKi-Workshop "auf den Spuren von St. Gallus"
Barbara von Arburg (Pfarrerin)
09:00 Uhr, Chileträff

Sonntag, 16.05.2021
Oase: "auf den Spuren von St. Gallus"
Barbara von Arburg (Pfarrerin)
09:30 Uhr, Ref. Kirche

Sonntag, 16.05.2021
Oase: "auf den Spuren von St. Gallus"
Barbara von Arburg (Pfarrerin)
10:30 Uhr, Ref. Kirche

Donnerstag, 20.05.2021
Spielnachmittag Senioren
Andreas Goerlich (Pfarrer)
13:30 Uhr, Chileträff