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Zuversicht tanken in Vierergruppen

Um trotz des Versammlungsverbots Gottesdienst feiern zu können, bietet die Kirchgemeinde Neftenbach sonntags oder auch an Himmelfahrt kurze Andachten in der Kirche an.

Sonntagabend in Neftenbach. Die letzten Sonnenstrahlen leuchten am Horizont. Kurz vor sechs Uhr treffen erste Gläubige ein und nehmen in der Kirche Platz. Am Eingang kontrolliert die Sigristin die Anzahl der Besucherinnen und Besucher im Innenraum. Das Desinfektionsmittel steht bereit, eine Maske jedoch trägt niemand. Orgelmusik erklingt, und der Pfarrer begrüsst die kleine Gemeinde.

Raum für Begegnung
Kirchen dürfen wegen des schweizweit geltenden Versammlungsverbots sicher noch bis am 8. Juni nicht zu Gottesdiensten einladen. Viele Pfarrerinnen und Pfarrer behelfen sich mit technischen Mitteln und übertragen Gottesdienste online.
Die Kirchgemeinde Neftenbach versucht einen anderen Weg. «Wir wollten auch während dieser Krise physisch für unsere Gemeinde da sein», sagt Pfarrer Andreas Goerlich. Zusammen mit seiner Pfarrkollegin Barbara von Arburg bietet er deshalb Kurzgottesdienste an. Auf diese Idee ist Goerlich durch das Bild der Tankstelle gekommen.
Seit Mitte März werden sonntags kurze Gottesdienste gefeiert. Nur vier Personen sind zugelassen. Während drei Stunden versammeln sich die Gläubigen im Turnus für eine Viertelstunde in der Kirche. «So können wir den Sicherheitsabstand einhalten und trotzdem Raum für Begegnung und direkten Kontakt schaffen», sagt Goerlich.

Den Gesang vermisst
Nicht nur die knapp bemessene Zeit unterscheidet diese «Tankstellen-Gottesdienste» von herkömmlichen Feiern. Die Liturgie ist stark verkürzt, auf eine Predigt und auf das gemeinsame Singen wird ganz verzichtet. «Das fehlt mir sehr. Mit nur fünf Leuten klingt das Singen aber einfach nicht so gut», erzählt Pfarrerin von Arburg.
Dafür kommen andere Elemente hinzu. Eine Powerpoint-Präsentation begleitet die kurze Andacht, und es werden Kerzen angezündet. «Mit dem Kerzenritual haben wir gute Erfahrungen gemacht und möchten dieses vielleicht auch nach der Corona-Krise weiterhin zelebrieren », sagt Goerlich.
Die «Tankstellen-Gottesdienste» finden in der Gemeinde Anklang. Während der drei Stunden kommen bis zu 40 Besucherinnen und Besucher. Und er sehe auch immer wieder neue Gesichter. «Die Corona-Krise bringt die Menschen durcheinander, und sie suchen Halt im Gebet», sagt Andreas Goerlich.
Die Einschätzung bestätigt Ruth Wagenbach. «Zu Zeiten von Corona fühle ich mich sehr verunsichert, und ich habe den Gang zur Kirche nötiger als sonst», sagt die 66-Jährige. Die Kurzgottesdienste geben ihr «viel Kraft». Sie sei dankbar für das Angebot. Anders als wenn sie den Gottesdienst von zu Hause aus alleine auf dem Bildschirm verfolgen müsste, spürt Wagenbach hier «weiterhin die Gemeinschaft».
Die Umstände sind aber natürlich sehr speziell. Die Gottesdienste fühlten sich etwas künstlich an, gibt Pfarrer Goerlich zu. Vor allem die ausbleibenden Berührungen fehlten sehr. «Obwohl die Tankstellen-Gottesdienste ein Stück Heimat bieten, freuen wir uns alle wieder auf die Normalität.»

Austausch auf Distanz
«Gott, segne uns und schenk uns Kraft für die kommende Woche», schliesst Goerlich den Gottesdienst. Ein letztes Orgelstück erklingt. Nacheinander erheben sich die Anwesenden und treten mit dem gebotenen Abstand nach vorne. Andächtig zünden sie eine Kerze an und verlassen langsam die Kirche. Während sich die Gottesdienstbesucher noch draussen auf Distanz miteinander austauschen, betritt bereits das nächste Quartett die Kirche, um Kraft zu tanken.

Alice Küng

Bericht reformiert. - Nr. 10 / Mai 2020
 
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Nächste Anlässe:

Sonntag, 09.08.2020
Abend-Gottesdienst
Pfarrerin Jessica Stürmer Terdenge
20:00 Uhr, Kirche Neftenbach

Sonntag, 16.08.2020
Konf-Eröffnungs-Gottesdienst
Pfr. Andreas Goerlich & Pfrn. Barbara von Arburg
10:00 Uhr, Kirche Neftenbach

Donnerstag, 20.08.2020
Spielnachmittag für Seniorinnen und Senioren
Lydia Kükenbrink
14:00 Uhr, Chileträff Neftenbach

Samstag, 22.08.2020
Domino
Domino-Team
09:00 Uhr, Chileträff Neftenbach